Ein erster Schritt in die richtige Richtung bestehe laut nak darin, Sonderbedarf anzuerkennen. Dies gelte besonders bei der Einschulung von Kindern, der Finanzierung von Lernmittel, aber auch für Mittagessen im Rahmen von Ganztagsbetreuung oder bei den Kosten für die Fahrt zur Schule.
Die Politik sei von bedarfsorientierten Regelsätzen weit entfernt. Arme Familien hätten heute weniger Geld zur Verfügung als vor 15 Jahren. So habe die deutsche Gesellschaft für Ernährung vorgerechnet, dass gesundes Essen für ein 10jähriges Kind täglich 1,34 Euro mehr kostet als im Regelsatz vorgesehen.
Wechsel an der Spitze: Bei der gestrigen Sitzung übergab Hans-Jürgen Marcus das Amt als nak-Sprecher an Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau. Gern dankte Marcus für drei Jahre hoch engagierter Arbeit. Es gebe keinen anderen Ort auf der Bundesebene, an dem die Selbsthilfe- und Betroffenenverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Wohlfahrtsverbände so strukturiert zusammen kämen und gemeinsame Positionen erarbeiteten. Es sei mit sein Verdienst, dass die nak auf dem besten Wege sei, ein anerkannter unabhängiger Faktor im politischen Meinungsbildungsprozess zu werden. Auch er werde alles tun, um die Bekämpfung der Kinderarmut auf der Tagesordnung der politisch Verantwortlichen zu halten. Zur stellvertretenden Sprecherin wurde erneut Erika Biehn , 2. Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen, gewählt.
STICHWORT: Nationale Armutskonferenz: Die Konferenz gründete sich im Herbst 1991 als deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerkes ( eapn ). Ziel der Zusammenarbeit ist die Verbesserung der Lebenslagen armer Menschen und die Überwindungen einer strukturellen Armutsbedrohung. Der scheidende Nak-Sprecher Marcus organisierte den ersten Nationalen Armutsgipfel in Deutschland. Weitere Schwerpunkte waren der Austausch auf europäischer Ebene und das Thema „Armut und Gesundheit“.
Kontakt: Heribert Schlensok , Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Caritasverband für die Diözese Hildesheim e. V.,
Telefon: 05121 938-112, Mobil 0171/857 40 80, E-Mail: www.nationale-armutskonferenz.de
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