Braunschweiger Schule wird nach Auszeichnung durch den Bundespräsidenten in Akademie des Deutschen Schulpreises berufen
Großer Jubel an der IGS Franzsches Feld: Einen Pokal, eine Urkunde und 10 000 Euro brachte Schulleiter Andreas Meisner aus Berlin mit. Dort fand die Verleihung des Deutschen Schulpreises statt. Live im Fernsehen verfolgten die Braunschweiger Lehrer, Eltern und Schüler mit, wie die IGS einen Anerkennungspreis erhielt.
Damit wird die Braunschweiger Schule für ihre pädagogische Leistung ausgezeichnet, die jetzt als Vorbild für andere Schule gilt.
"Wir haben hier in Braunschweig ein großes Potenzial an engagierten Lehrern und Schülern, die motiviert und neugierig sind und auch neue Ideen und Konzepte erproben. Das passt auch hervorragend zu unserem Jahr Stadt der Wissenschaft 2007."
Als einen großartigen Erfolg für eine hervorragende Schule bezeichnete die SPD-Unterbezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Carola Reimann die Auszeichnung. "Aufgrund der bedrückenden Ergebnisse des internationalen Pisa-Vergleichs sind immer wieder Forderungen nach einer Verbesserung des Schulwesens laut geworden. Die Preisträger zeigen, dass es jetzt schon Schulen gibt, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind", so Reimann.
Eine Jury hatte zuvor die IGS besucht, mit Lehrern, Eltern und Schülern gesprochen und am Unterricht teilgenommen. Nach bestimmten Kriterien wurden die Schulen bewertet.
Die IGS punktete zum Beispiel damit, dass es bis zur achten Klasse kein Notenzeugnis gibt, sondern nur ein Wortgutachten, das die Gesamtpersönlichkeit beurteilt. "Nicht nur Noten machen die Qualität einer Schule aus", sagt Meisner. "Schule muss vor allem die jungen Menschen dabei unterstützen, in unserer Gesellschaft zurecht zu kommen."
Weiterer Pluspunkt: Während in Niedersachsen im Schnitt jeder siebte Schüler die Schule abbricht, macht in der IGS jeder Jugendliche einen Abschluss. "Höchstens alle fünf Jahre haben wir einen, der es nicht schafft. Das ist die absolute Ausnahme", sagt Meisner.
"Wir sind beeindruckt von dem, was die Lehrer hier leisten. Diese Schule hilft den Jugendlichen, Selbstvertrauen zu gewinnen", sagte Jury-Mitglied Michael Schratz, Leiter des Instituts für Lehrerbildung und Schulforschung an der Universität Innsbruck, schon nach dem Schulbesuch im Frühjahr.
Die IGS Franzsches Feld ist außerdem eine "Beraterschule". Zertifiziert wurde sie von der Robert-Bosch-Stiftung und der Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Bundesweit wurden nur sieben Schulen ausgewählt. Im Mittelpunkt Tätigkeit stehen die vorbildliche Teamarbeit, die Jahresplanung aus pädagogischer und methodischer Basis und die Arbeit der Sozialpädagogen mit Tischgruppen. Andere Schulen können mit dem Austausch einer Beraterschule rechnen, sie werden in ein großes Netzwerk eingebunden. Lehrer der IGS Franzsches Feld reisen bereits zur Beratung durch die Republik.
Außerdem ist die IGS nun Mitglied der Akademie des Deutschen Schulpreises. Die Akademie hat den in Berlin vergebenen Preis ausgeschrieben. Ziel ist es, die Weiterentwicklung der Schule zu unterstützen, ihre Erfahrungen und Konzepte anderen Schulen zur Verfügung zu stellen und deutschlandweit vorbildliche Standards der Schulentwicklung zu setzen.
Für den Deutschen Schulpreis hatten sich 481 Schule beworben, 18 wurden nominiert. Andreas Meisner reiste mit vier Schülern, einer Elternvertreterin, drei Lehrern und einer Mitarbeiterin aus dem Sozialpädagogischen Dienst an. Als einzige Schule in Niedersachsen schaffte es die IGS in die engere Auswahl. Nun sollte sich endlich entscheiden, wer einen Preis erhält. "Mit einem Preis haben wir nicht gerechnet", sagt Andreas Meisner " Das ist ein Preis für die ganze Schule." Den ersten Platz machte die Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund.
Quelle:
Braunschweiger Zeitung (newsclick.de) Mittwoch, 13.12.2006
Von Sandra Sliepen
http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6190538/menuid/2048




