Braunschweig. Mit einem neuen Angebot starten Braunschweiger Grundschulen ins neue Schuljahr. Nach intensiver Vorbereitungsphase nehmen die Grundschulen Bürgerstraße, Comeniusstraße, Isoldestraße und Rüningen nach den Ferien den offenen Ganztagsbetrieb auf. Im nächsten Jahr folgt die Grundschule Bebelhof.„Offen“ bedeutet, dass die Teilnahme am Ganztagsangebot für die Schülerinnen und Schüler nicht zwingend ist. Vielmehr können die Eltern ihre Kinder entsprechend den familiären Bedürfnissen anmelden - ein Verfahren, das sich bereits in der Verlässlichen Grundschule (VGS) bewährt hat. „Ganztags“ bedeutet, dass die Schulen montags bis freitags ein kostenloses und verbindliches Bildungs- und Betreuungsangebot bis mindestens 15 Uhr vorhalten. Das gilt bei Bedarf auch in den Ferien. Darüber hinaus gibt es in den Schulen ergänzende kostenpflichtige Betreuungsangebote bis maximal 17 Uhr.
Die Angebote der OGS im Nachmittagsbereich lassen sich in drei Schwerpunkte einteilen: Pädagogischer Mittagstisch, Schularbeitenhilfe und freizeitpädagogische Angebote wie zum Beispiel kreatives Gestalten, Theaterspiel, sportliche Aktivitäten, erlebnispädagogische Projekte oder Umgang mit Medien.
„Möglich wurde diese überaus familienfreundliche Variante durch eine umfangreiche Beteiligung der Stadt Braunschweig am Betrieb der Offenen Ganztagsschule in den Grundschulen“, sagt Ulrich Markurth, Dezernent für Soziales, Gesundheit und Jugend. „Dieses Engagement geht weit über die Pflichtaufgaben der Stadt als Schulträgerin hinaus und sucht in Niedersachsen seinesgleichen.“ Die Stadt fördert das Angebot mit über einer Million Euro jährlich.
Ziel sei die Gestaltung der Schule als Lern- und Lebensort, erläutert Markurth. Der Schlüssel zum Erfolg liege dabei in der Bereitschaft zur Kooperation. Vor allem die Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Jugendarbeit sei hier von entscheidender Bedeutung. Die Resonanz ist groß: Ab Schuljahresbeginn 2007/2008 werden 392 Kinder die Offenen Ganztagsschulen an fünf Tagen in der Woche besuchen. Rund 250 weitere Kinder nehmen einzelne Angebote in Anspruch.
Das Modell in Braunschweig ruht auf drei tragenden Säulen: 1. Vertraglich vereinbarte Kooperation mit bewährten freien, konfessionellen oder kommunalen Partnern, die die Durchführung der Betreuungsangebote übernehmen; 2. Kurse und Arbeitsgemeinschaften auch in Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden; 3. Einsatz von Lehrkräften am Nachmittag.
Bei der Grundschule Comeniusstraße ist das Kinderhaus Brunsviga, das dort bereits seit Jahren mit mehreren Betreuungsgruppen engagiert ist, als Partner aktiv. In der Grundschule Isoldestraße sind es die evangelische Kirchengemeinde St. Georg, der Nachbarschaftsladen e. V. und das städtische Kinder- und Jugendzentrum Selam. Im Grundschulbereich der Grund- und Hauptschule Rüningen ist das städtische Kinder- und Jugendzentrum Rüningen für die Betreuungsgruppen verantwortlich und in der Grundschule Bürgerstraße wird die ebenfalls seit Jahren erfolgreiche Kooperation mit dem Jugendzentrum der evangelisch-methodistischen Gemeinde aus der Kreuzstraße fortgeführt.
Auch in der Grundschule Bebelhof ist die Frage des Kooperationspartners geklärt. Hier wird die Arbeiterwohlfahrt, die zurzeit mit einer Schulkindbetreuungsgruppe vor Ort ist, die Aufgaben übernehmen. 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bei den Kooperationspartnern zum 15. August 2007 neu eingestellt, um den offenen Ganztagsbetrieb zu gewährleisten.
„Darüber hinaus gibt es bereits eine große Zahl von gemeinsamen Aktivitäten der Schulen mit Vereinen und Verbänden, um ein attraktives und kindgemäßes Angebot für den Nachmittag in der Offenen Ganztagsschule zu gestalten“, sagt Markurth. „Diese Zusammenarbeit wird intensiviert und ausgebaut.“
Zur Unterstützung und zur konzeptionellen Ausgestaltung der umfangreichen Entwicklungen in den einzelnen Schulen hat die Stadt Braunschweig im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie eine Koordinierungsstelle eingerichtet. „Die Konzepte zum Betrieb der Offenen Ganztagsschule im Grundschulbereich sind geprägt von Stabilität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit“, fügt der Dezernent hinzu. „Sie bilden ein solides Stück des Fundaments, auf dem sich Kinder zu eigenständigen, belastbaren und verantwortungsbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft entwickeln können.“
Quelle:
Stadt Braunschweig - Pressestelle
Tags: Grundschule Ganztagsschule




